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Sväng Plays Tango

SVÄNG PLAYS TANGO
Galileo music – GMC 081; VÖ-Datum: 6. Juli 2018

Tango hat einen hohen Stellenwert in der finnischen Musik. Ja, der Tango ist den Finnen so sehr ans Herz gewachsen, dass er gemeinsam mit Jean Sibelius, dem Folkfiddler Konsta Jylhä, archaischem Runogesang und Heavy Metal Teil der musikalischen Identität Finnlands wurde.
Der Regisseur Aki Kaurismäki meint „Der Tango ist nun mal unsere Nationalmusik“ und M.A.Numminen sagt der Tango sei in Finnland sowohl Hymne als auch Ehestifter.

Das 20. Jahrhundert, insbesondere die Jahrzehnte nach dem 2. Weltkrieg, gelten als die Blütezeit der extrem melancholischen, oftmals pathetischen Tangos. Die Texte handeln fast immer von der Sehnsucht nach einer verlorenen Liebe. Und im Gegensatz zum argentinischen steht der finnische Tango fast ausnahmslos in Moll. Wie könnte es auch anders sein!?!

Tango war und ist auch heute noch einer der populärsten Tänze in den ländlichen Tanzsälen. Der finnische Tango ist auch nicht allzu schwierig. Er ist weniger künstlerische Performance, als gelebtes Freizeitvergnügen. Tatsächlich weist er große Ähnlichkeit mit dem Schilanglauf oder Nordic Walking auf, nur eben von einem Paar ausgeführt. Und selbstverständlich ist es auch ein leidenschaftlicher Tanz, allerdings ist die Leidenschaft sehr gut versteckt. Finnen besitzen natürlich tiefe Gefühle, aber es gibt kaum jemals einen Grund diese in der Öffentlichkeit zu zeigen!

Auch im Repertoire von Sväng nimmt Tango seit Bandgründung einen wichtigen Platz ein: jedes der bisherigen Alben enthält mindestens einen Tango, das Ensemble spielt kein Konzert ohne Tango.
Für ihre neue (achte) CD haben Sväng eine subjketive Auswahl der in Finnland sehr bekannten Tangos des 20. Jahrhunderts getroffen, diese ihrer Texte entkleidet und mit viel Liebe und Respekt neu-arrangiert. Vervollständigt wird das Album durch Tango-Kompostionen der Bandmitlgieder im traditionellen Stil. Nur mit ihren Mundharmonikas vermitteln Sväng dem Publikum die melancholische Kraft dieser Musik und bannen die Atmosphäre eines sommerlichen Samstagabend in einem ländlichen finnischen Tanzsaal, wo der „Lavatanssi“ (Tanz auf dem Bretterboden) gepflegt wird, auf Tonträger.

Titelliste:
1. Syyspihlajan alla (Komp. Arvo Koskimaa)
Die musikalische Reise beginnt mit einem wunderschönen Tango aus der Kriegszeit, Syyspihlajan alla (Im Herbst unter dem Vogelbeerbaum). Der ursprüngliche Text zeichnet ein Bild von blutroten Vogelbeeren, die die Verluste des Krieges und die Sehnsucht der Menschen nach fernen Ländern widerspiegeln.
2. Liljankukka (Komp. Toivo Kärki)
Einer der Väter des finnischen Tangos war Toivo Kärki – ein produktiver Komponist, Arrangeur, Jazzliebhaber und Multiinstrumentalist, dem eine lange Karriere in der aufstrebenden finnischen Plattenindustrie beschieden war. Sein erster großer Hit war Liljankukka (Maiglöckchen), ein 1945 komponierter Tango Beguine, der in der Folge von zahlreichen Künstlern neu aufgenommen wurde.
3. Muista minua (Komp. Pedro de Punta/Arr. E. Grundström)
Muista minua (Erinnere Dich an mich) aus dem Jahr 1953, ist ein weiteres Meisterwerk von Toivo Kärki (veröffentlicht unter dem Pseudonym Pedro de Punta), arrangiert für Sväng von Eero Grundström.
4. Sateen tango (Komp. Unto Mononen/Arr. J. Kyhälä)
Die Kombination aus unterdrückten starken Gefühlen und dem Scheitern romantischer Beziehungen erzeugt die berühmte finnische Ultra-Melancholie. Diese Grundstimmung verwendet besonders typisch ein weiterer Gigant des finnischen Tangos, der autodidaktische Komponist Unto Mononen, der wegen unvorsichtiger Handhabung eines Revolvers vorzeitig verstarb. Jouko Kyhälä hat dessen Komposition Sateen Tango (Tango im Regen) mit einem frischen Arrangement aktualisiert.
5. Soi maininki hiljainen (Komp. Fridrich Bruk/Arr. E. Grundström)
Der Komponist Fridrich Bruk wurde in der sowjetischen Ukraine geboren, floh in den Westen und erreichte über Italien und Amerika im Jahr 1974 Tampere, als die finnische Tangokultur noch in Blüte stand. Seine Komposition „Soi Maininki hiljainen“ (Der ruhige Wellengang) im liebevollen Arrangement von Eero Grundström ist eine Hommage an alle finnischen Tango-Künstler unterschiedlicher Herkunft. Die Melodie ist inspiriert von Eino Gröhns sehr entspanntem Gesangsstil, dem sogenannten „Dragging“.
6. Tango Humiko (Komp. Rauni Westerholm)
Tango Humiko ist eine Grußbotschaft an die Fans von Sväng in Japan. Dieser Tango ist ein ausgezeichnetes Beispiel für den Exotismus, der häufig in den Texten und manchmal in den Melodien des finnischen Tangos zu finden ist.
7. Tango Taga (Komp. Eero Turkka)
Tango Taga (Taga = Trauer auf Bulgarisch) reflektiert des Komponisten dunkle Gefühle über unsere Zeit und die selbstzerstörerische Richtung der Menschheit. Er ist komponiert für Mr. Turkkas selbst gestimmter „Tangoharmonika“ (zweiseitige Doppelrohrzungenharmonika, von Dur- auf Moll-Tonart umgestimmt).
8. Hugolle (Komp. Jouko Kyhälä)
„Hugolle“ von Dr. Kyhälä ist eine Hommage an den Argentinier Hugo Diaz, einen Giganten sowohl des Tango als auch der Mundharmonika. Diaz ist seit Bandgründung eine große Inspiration für alle Mitglieder von Sväng.
9. Maggien tango (Komp. Eero Grundström)
Dieser Tango ist Maggie Gripenberg (geb. 1881) gewidmet, die als Pionierin des modernen Tanzes in Finnland gilt. Eero Grundström komponierte die Musik ursprünglich für die Tanzperformance „Women and suitcases“ von Marjo Kuusela. Er ist allen starken, unabhängigen Frauen gewidmet die ihre eigenen Wege gehen.
10. Kaipaustango (Komp./Text Eero Turkka)
Kaipaustango (Lust auf Tango) ist eine aktualisierte Version von Eero Turkkas allererster Komposition für Sväng, Eero debütiert hier auch als Tangosänger. Die bisher unveröffentlichten Texte rühren aus persönlich erfahrenem Liebeskummer und führten daher zwangsläufig zur Komposition eines Tangos im traditionellen Stil.
11. Siltatanssit (Komp. Arto Järvelä)
Die musikalische Reise endet mit „Siltatanssit“ (Tanzparty auf der Brücke), komponiert von Arto Järvelä für die großartige Folkfiddle Band aus Kaustinen, JPP. Diese Melodie stellt eine seltene und erfrischende Ausnahme unter den finnischen Tangos dar: sie beginnt in Dur!

Hauptbahnhof

Nach 14 Jahren Bandgeschichte und 6 bisher veröffentlichten Alben ist es Zeit einen kurzen Moment Rückschau zu halten! Die finnischen Mundharmonika-Visionäre von SVÄNG machen das auf ihrer neuen CD „HAUPTBAHNHOF“ und versammeln auf dem Album einige Neueinspielungen aus ihrem umfassenden Repertoire nordischer Tanzgrooves, Tangos und Balkanrhythmen. Allerdings wurden nur Publikums- und Bandfavoriten für würdig erachtet nochmals aufgenommen zu werden!
Von der allerersten Komposition für Sväng „Jampparaleele“ bis zu „Liikkuva Linna“, dem Arrangement des berührenden Walzers aus dem japanischen Animationsfilm „Howl´s moving castle“ finden sich auf „HAUPTBAHNHOF“ 13 all-time-favourites.
Eine besondere Überraschung bietet das Album natürlich auch: Mit „I´m gonna meet my mother in glory“ – der überaus beliebten Zugabe bei Sväng Konzerten – hat die Band die Regel gebrochen nur Instrumentalmusik zu veröffentlichen und so gibt es diesen von Eero Turkka gesungenen Bluesklassiker endlich auf einer Sväng-CD zu hören!
Es wäre aber nicht SVÄNG, würden sie den musikalischen Blick nicht auch in die Zukunft richten und so bringt „HAUPTBAHNHOF“ auch drei neue – zukünftige – all time favourites. Eero Turkka komponierte für Sväng eine Kopanitsa (ein bulgarischer Tanz im 11/16-Rhythmus), Jouko Kyhälä steuerte eine finnische Polska bei. Und Eero Grundström hat John Williams „Hedwig´s Theme“ aus Harry Potter für SVÄNG arrangiert.

Sväng feiert das Jubiläumsjahr von Jean Sibelius

Finnlands bekanntester klassischer Komponist wurde vor 150 Jahren am 8. Dezember 1865 in Hämeenlinna geboren. Sväng ist davon überzeugt, dass Sibelius in seinen „stillen“ Jahren von 1920-1922 mit seiner Mundharmonika und seiner Zigarre durch die Wälder von Ainola streifte.

Bereits um die Jahrhundertwende hatte er großartige Stücke wie das Impromptu  komponiert, das geradezu nach dem melancholischen und filigranen Klang einer Tremoloharmonika verlangt! Weitere Werke, wie op. 22/4 (Lemminkäinen zieht heimwärts) oder op. 11 (Karelia Suite) klingen auf einer Mundharmonika ebenfalls ausgezeichnet.

So unternimmt Sväng 2015 einen umfassenden Blick auf die Musik von Jean Sibelius – wir haben lange und sehr sorgfältig an den Arrangements gearbeitet und anschließend intensiv geprobt.
Nun ist es an der Zeit für Hörproben.

Wir sind dann mal weg…

Svängenden Dank für den gelungenen Sasisonabschluss! Wir genossen die herzliche Aufnahme beim Meidän Festival – Tussula, Okarina Festival – Bled, beim Internationalen Pablo Casals Musikfestival und beim Festival Traversées Tatihou.

Seit geraumer Zeit beschäftigen wir uns mit einem neuen Projekt – bis Jahresende liegt aber noch viel Arbeit vor uns.

Wir halten Euch auf dem Laufenden!

Karja-La ist da